Archiv für die Kategorie 'Olympia'

Du suchst im Moment im Archiv von Johannes goes around.

Olympische Schwimmer im Watercube

Nach etwa einem Jahr warten, war es dann endlich soweit! Viel wurde getratscht und Gerüchte gingen durch die Welt. Da sollte das Olympische Schwimmbecken wieder abgerissen werden, da die Unterhaltungskosten zu groß seien oder man wollte es umbauen in eine Shopping-Mall…und dabei mangelt es in Beijing doch so an vernünftigen Schwimmhallen.

Und wer möchte denn nicht einmal im selben Becken schwimmen, wie die olympischen Athleten?  Und so kam, was kommen musste: das National Aquatic Stadium ist geöffnet für das gemeine Volk zu schwimmen.

Der Watercube mit seiner einzigartigen Blasen-Fassade lädt auch einfach nur dazu ein. Es gibt ein Sprungbecken, das olympische Becken mit Zuschauertribünen und ein riesiges Aufwärmbecken. Im olympischen Becken werden fast täglich verschiedenste Aufführungen gezeigt. So zum Beispiel eine Fontänenshow im Winter und das russische Ballette der Schwanensee im Sommer.

Das Aufwärmbecken ist zum schwimmen freigegeben. Und so haben Irirs, der Freundin meines Mitbewohners, und ich die Badehose eingepackt und sind am Samstag auf zum Olympiagelände. Zu unserem Glück können vergleichsweise nur recht wenig Chinesen schwimmen und wahrscheinlich noch weniger haben überhaupt nur ein Verlangen nach der körperlichen Betätigung im Naß. So blieb mein befürchtete Ansturm aus und man konnte sogar ein paar ordentliche Bahnen schwimmen.

Für 50RMB kann man schwimmen, jedoch muss eine Badekappe mitgebracht werden. Außerdem muss man einen “Beijing Deepwater Test” nachweisen. Wer diesen nicht hat (ich möchte bezweifeln, dass man diesen Test irgendwo anders als in diesem Olympiabecken machen könnte), der muss ihn für 20RMB nachholen…

Also wird erst einmal getestet, ob man körperlich überhaupt fit ist. Dazu wird schnell die Temperatur gemessen, dann von einer Frau im weißen Kittel (mit Sicherheit keine Ärztin) im Bruchteil einer Sekunde mit einem Stethoskop geschaut ob man ein Herz hat (ich würde es “einmal abtippen” nennen). Danach muss jeder in das “deep water” springen und 2 Bahnen irgendwie schwimmen. Da ich in dem 2m Becken auf Zehen stehen konnte, galt ich wohl nicht als Kandidat, der in dem tiefen Beijinger Wasser untergehen könnte und durfte schon nach einer halben Bahn auf die “schnelle Bahn”. Hätte man ein Foto dabei gehabt, dann hätte ich jetzt auch einen Ausweis, der mich berechtigt in allen tiefen Becken Beijings zu schwimmen.

So habe ich nun also auch ein chinesisches Schwimmpferdchen gemacht…

Das Becken war übrigens herrlich. lange Bahnen, klares Wasser, nicht zu verchlort, allerdings hingen all die Chinesen immer an den Beckenrändern, so dass man sich nirgends hätte abstoßen können. Aber man macht ja das Beste draus und so war es doch ein interessanter und lustiger Ausflug auf den Spuren der Athleten.

Was mir noch aufgefallen ist, an jeder Ecke steht jemand und sagt einem wo man hinzugehen hat und was man zu lassen hat (springen,photographieren, rumstehen). Ich würde glatt behaupten, das mehr Menschen außerhalb des Pools angestellt sind, als im Pool schwimmen (gerechnet mit Ticketoffice, Sicherheitscheck, Rezeption, den vielen Angestellten, die einem die Toilette Zeigen und die Bademeister, von denen an jeder Bahn einer steht)…

Anbei ein paar Bilder…

Watercube in BeijingWatercube in BeijingWatercube in BeijingSuchbild - ich trage schwarze Badekappe...Suchbild - ich bin nicht am RandWatercube in BeijingLamellen im Watercube in BeijingWatercube in BeijingWasserspender im Watercube in Beijing

Geschrieben von Johannes am 27. Juli 2009 | Abgelegt unter Beijing, Olympia | Keine Kommentare