Archiv für die Kategorie 'Dalian'

Du suchst im Moment im Archiv von Johannes goes around.

Golden Pebble Beach

Etwa eine Stunde nördlich von Dalian gibt es das Erholungsgebiet Golden Pebble Beach. Von Dalian gibt es eine (nennen wir es mal) S-Bahn, deren Endhaltestelle mitten im Nirgends endet. Es gibt dort in der Nähe zwar einen Ort, jedoch wurde die S-Bahn nicht gebaut um Orte miteinander zu verbinden, sondern um die SonntagsDalianer auf direktem Weg in den Freizeitpark “DiscoveryLand” zu bringen.
Nach also etwa 45 min durch triste Industrieparks mit fabriknahen Arbeiterwohnungen sind wir dann im Nirgends gelandet. Von dort geht es eigentlich nur per Taxibus (unverschämte 8k,trotz dass etwa 50man mitfahren) oder auf dem Rücksitz eines Motorrades (4k -man hat Fahrtwind und den Zwiebel/Knoblauch/Fisch-Mundgeruch des Vordermannes im Gesicht…) zum nächsten Halt.
Erste Anlaufstelle ist dann der Disney nachempfundene Freizeitpark, aus dem einem schon affig winkende Angestellte entgegen gelaufen kommen.
Unser Ziel war aber der Sonnenuntergang am Strand. Nur etwa eine Stunde nördlicher als Dalian und schon wirkt sich das Mikroklima aus. War es in Dalian noch erdrückend warm, war es hier mit schwindender Sonne plötzlich eisig kalt. Der Wind tat dann sein übriges, so dass ein gemütliches sitzen am Strand nicht in Frage kam.
Uns wurde gleich zu beginn eine Karte des Golden Pebble Beaches in die Hand gedrückt, welche wir dann nach der nächsten Anlaufstelle studierten. Zu lesen gab es da einige tolle Sachen, wie das große internationale SPA Center… nur als wir dort ankamen, standen wir vor einer Bauruine.
So ging es auf dem Rücksitz eines jungen Motoradfahreres von Hotel zu Hotel um sich ein Bild von der Lage zu machen. Nach etwas local Seafood kam dann der Entschluss, dass das erste Hotel doch nach Preis-Leistung das beste sei. Also eingechekt ins DiscoverylandHotel. Meeresblick (wenn auch ein Stück entfernt) und Japanisches Zimmer.
Ui Japanisches Zimmer. Man stelle sich einen normales Hotelzimmer vor, jedoch gibt es keine Betten. Der Boden ist eine Stufe höher und aus Parket und Bastmatten. Unter einem heizt die Fußbodenheizung und man sitzt auf dem Boden und schlürft Tee. Zum schlafen holt man sich eine dünne Matratze aus dem Schrank und sucht sich eine dem FengShui entsprechende Ecke. ( Dabei spielt nicht nur die Tür, Fenster, Spiegel eine Rolle, sondern auch der Tag und das Jahr in dem man geboren ist…wie mir erklärt wurde)

Ein interessantes Abenteuer, vor dem ich erst zurück schreckte ( Hilfe, kein Bett). Aber es hat mich voll und ganz begeistert.
Am nächsten Morgen ging es doch noch schnell in den Freizeitpark, da in dem Preis des Hotelzimmers auch Eintrittskarten bei waren. Nichts spektakuläres, viele Menschenschlangen.
Gegen Mittag ging es dann für mich zurück um meinen Bus zurück nach Beijing zu bekommen.
Wieder Schlafbus, diesmal jedoch tagsüber - nur wenn man einmal liegt, dann fallen einem von selbst die Augen zu. Zumal Nordchina landschaftlich auf dieser Tour nicht all zu viel zu bieten hat.
Nach geschlagenen 12 Stunden kam ich dann Nachts um 2 in Beijing an.

Geschrieben von Johannes am 7. Mai 2009 | Abgelegt unter Dalian, Reise in China | Keine Kommentare

Lüschunkou

Am Tag 2 meines Dalian Ausflugs ging es gen Westen in die Ortschaft Lüschunkou.
Lüschunkou war oder ist für Ausländer gesperrt, da in der Nähe militärische Anlagen stehen. So wurde uns immer erzählt, dass ich dort nicht hingehen könne, was sich aber als kein Problem rausstellte.
Nach einer Stunde mit privat Taxi sind wir in Lüshunkou angekommen und haben uns die russischen und japanischen Gebäudeanlagen angeschaut. Im ehemaligen russischen Administrationzentrum ist heute ein Museum über chinesische Kultur und Kunstgegenstände. Zwar interessant, nur wäre eine Aufarbeitung des russisch-japanischen Krieges mit Exponaten und Bildern viel interessanter und passender gewesen.

Dafür schien hier Abseits der Großstadt mal die Sonne.
Anschließend ging es in ein japanisches Gefängnis, in welchem wohl gezielt Chinesen gefoltert und vernichtet wurden. Die kleinen Zellen, welche zu 8 bei Wind und Wetter ohne Heizung bewohnt wurden, die Folterkammer mit Erinnerungen an der Wand und das Todeshaus in dem wohl 400.000 Chinesen vernichtet wurden, waren schwer verdaulich. Das Gefängnis ist als Museum eigentlich komplett begehbar und wie ich finde ein absolutes Muss, sollte man in der Nähe sein.
Von Kaiqi, meiner chinesischen Reisebegleitung kam dann die Frage, was ich denn von Japanern halte. Nach einem Besuch eines japanischen Vernichtungslagers ist das nicht unbedingt die beste Situation um objektiv das Thema aufzuarbeiten…
Herausgestellt hat sich nur, dass Kaiqi, wie alle Chinesen bei denen sich die Frage “was hälst du von Japan?” auf tat, mit Verachtung reagierte. Japaner persönlich kennen tuen die wenigsten. Und auch Kaiqi ist noch keinem Japaner bewußt begegnet. Japanisches Essen dagegen ist für alle lecker und auch die japanische Technik wird der chinesischen bevorzugt. Das Feindbild allerdings ist trotz starkem Kulturaustausch und Wirtschaftsaustausch bei allen Chinesen tief einzementiert. “Japaner sind perverse Tiere”

Geschrieben von Johannes am 4. Mai 2009 | Abgelegt unter Dalian, Reise in China | 1 Kommentar