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Hochzeit auf chinesisch

Ich habe zwar selbst noch keine miterlebt, mir wurde aber ausführlichst darüber berichtet.

Eine Chinesin aus dem Chor, Sonja, war über das Wochenende bei der Hochzeit ihrer Schwester und hat so manche interessanten Geschichten parat gehabt.
Leider war diese Hochzeit in XinJiang, der Provinz nördlich von Tibet ( also auch 2 Zugtage entfernt ) und ich noch nicht so befreundet, dass ich hätte eingeladen werden können.

Am Hochzeitstag muss die Braut mit Brautjungfer im kleinsten Zimmer der Wohnung auf den Bräutigam warten. Dieser kommt gegen 10:00 mit vielen Freundin zu der Wohnung der Eltern und muss 3 Hindernisse überwinden. Die drei Hindernisse sind a) die Haustür, b) die Wohnungstür und c) die Zimmertür der Braut. Bei jeder Tür muss er um Einlass bitten und kann sich diesen nur durch Geldscheine unter der Tür erkaufen. Wieviel und ob dann das Geld reicht, liegt ganz im Ermessen der Eltern. Das hat jedoch wohl mehr symbolischen Charakter, da es sich bei dieser Hochzeit nur um 5-10 RMB handelt.
Wenn sich der Weg zur Braut freigekauft wurde, wird angestoßen. Die Brautjungfer Sonja bekam dann wohl auch einen etwas dickeren Umschlag, immerhin musste sie ja auch extra anreisen…
Dann geht es in großer Autokolonne zur neuen Wohnung.
Eine eigene neue Wohnung - das ist so das Heiligtum der Chinesen. Erst mit dieser eigens gekauften Wohnung ist Heiraten überhaupt möglich. Diese Wohnung hat wohl 400.000 RMB gekostet (3Zimmer,Küche,Bad)
Die Wohnung muss der Mann alleine bezahlen. Daher wohl auch die chinesische Arbeitsmoral der Männer…
Die Ausstattung haben dann aber beide bezahlt. ( die soll wohl auch sehr teuer sein )
In der geschmückten neuen Wohnung wird dann wieder angestoßen und bestaunt.
Danach geht es ins Hotel. Dort wurde ein riesen Saal bestellt und für etwa 700 Leute aufgedeckt.
Dann heißt es Gäste begrüßen ( von denen man wohl sehr viele nicht kennt ) und Geschenke in Empfang nehmen. Es läuft wohl so ab, dass EINE Einladungen an jemanden verschickt und dieser dann mit unbekannt vielen Leuten kommt (Familie,Großeltern,Cousins,Schwippschäger,Freunde…es gibt da wohl keine Begrenzung). So ist die Anzahl der Gäste wohl auch immer eher eine grobe Schätzung und man muss auf das Schlimmste vorbereitet sein.
Ich könnte mir nie vorstellen 600 (!!!) man durch zu füttern. Aber hier in China sind die Preise für’s Essen ja auch etwas moderater…

Dann gibt es eine kleine Tradition: Das neue Ehepar muss kniend beiden Elternpaaren Tee anbieten und um den Segen bitten. Dabei geben die Eltern nun dem Ehepaar Geld.
Getanzt wird nicht.
Wenn dann der Schmaus aus ist, fährt das Ehepaar zurück in ihrer Wohnung. Allerdings begleitet von Freunden. Die Zeit alleine wird da noch nicht gegönnt. Wohl erst am späten Abend dürfen die Freunde dann gehen.
Danach steht eine 2 wöchige Hochzeitsfahrt an. - Nach diesen Ausgaben dann natürlich in China…

Geschrieben von Johannes am 18. November 2008 | Abgelegt unter Allgemein, Bizzar, Dies und Das, Studium | 1 Kommentar

Respekt und Verantwortung

Im Chor ist mir etwas interessantes aufgefallen:

Die neuen Chormitglieder haben einen starken Respekt vor den älteren Chormitgliedern [LaoSheng]. Egal wer von denen was auch immer sagt, es herrscht immer respektvolle Ruhe und es wird sogar geklatscht, wenn ein älterer etwas sagt oder nach vorne kommt. Diese älteren Studenten nehmen, wie ich finde eine Art Vorbildsrolle für die neuen Studenten ein und haben großen Einfluss auf sie.
Im gegenzug dazu werden die älteren Studenten ihrer Rolle aber auch gerecht und verhalten sich wie Vorbilder, übernehmen Verantwortung für die Neuen und helfen diesen und leiten diese in alles ein.

Mit dem Wechsel der Matrikel wird auf einmal auch das Amt der Chorleitung und der Stimmenleitung an eine neue Generation übergeben und diese springt ohne zu zögern in diese Rolle. Auf einmal wird aus dem eher ruhigen und unscheinbaren Student ein Gruppenleiter, der respektiert wird und der diese Rolle auch voll ausfüllt.

In Deutschland am Gymnasium oder im Studium habe ich so etwas kaum erlebt. Bei uns war jeder Jahrgang eher unter sich und war weder Vorbild für die jüngeren Studenten, noch übernahm der ältere Jahrgang irgendeine Verantwortung oder half und leitetete an, oder stand für Fragen zur Verfügung. Jeder macht seins und Respekt vor anderen, nur weil sie ein Matrikel über einem sind, hat keiner. Und auch wenn einmal eine Situation ansteht, dass jemand vor anderen eine neue Rolle einnehmen muss[ eine Gruppe anleiten, vor Neuen sprechen, Verantwortung übernehmen], dann wird sich eher gesträubt und man schickt andere vor.
Hier im Chor scheint es ganz natürlich: Wenn du an der Reihe bist, dann stehst du selbstbewusst vor allen und tust was von dir erwartet wird und du wirst dafür von jedem respektiert. Man wächst mit dieser neuen Verantwortung. Auf einmal stehen völlig neue Chinesen vor mir.

Der Chor wird nur von Studenten geleitet, ohne professionelle Anleitung. Sprich, es gibt keinen virtuosen Musikhochschul-Studenten oder Kirchenkantor, der den Chor leitet. Es sind alles Studenten, die an der UIBE Wirtschaft oder Sprache studieren und die Chorleitung von ihrem Vorderman mehr oder weniger ohne große MusikKentnisse übernehmen.

Leider haben wir bis jetzt kaum ein Lied gesungen. Jede Chorprobe kam bis jetzt ein Gesangslehrer und hat Gesangsunterricht gegeben. Allerdings auch nur verbal und so konnte ich nur ansatzweise verstehen, was er sagte. Wie auch immer, bei uns würde man glaube ich viel mehr singen und nicht so sehr an “Kleinigkeiten” pfeilen. Ich habe hier den Eindruck, dass Chor für die Chinesen nicht umbedingt Spaß heißt, sondern harte Arbeit ist, die man perfekt können muss.
- Wir müssen perfekt singen (wie die Kingsingers) und da ist keine Zeit für singen des Singens wegen.-

Geschrieben von Johannes am 17. November 2008 | Abgelegt unter Campus, Studium | Keine Kommentare

Zwischenprüfungen

Die Prüfungen habe ich übrigens alle bestanden. Ein paar Fehler haben sich natürlich eingeschlichen, aber mit Punkten um die 90 kann man sich ja eigentlich blicken lassen…

Geschrieben von Johannes am 5. November 2008 | Abgelegt unter Allgemein, Studium | 1 Kommentar

Business-Kurse

Wir haben nun eine Woche lang in die 5 BusinessKurse schnuppern dürfen und stehen jetzt vor der Wahl der Qual, wofür wir das Geld ausgeben.
Die Kurse kosten eigentlich 2.400RMB (250€) pro Kurs, Herr Tan hat sie für uns jedoch auf die Hälfte runtergehandelt.
Andere Deutsche hier, welche Austauschstudenten sind ( das sind wir nicht, wir sind “Scholarships”) können auch noch an den anderen Fakultäten der UIBE Kurse belegen, welche eine viel größere Auswahl an Kursen haben. Ich habe dort mal nach gefragt, ob es für uns auch möglich ist deren Kurse zu besuchen: generell ja, jedoch müssten wir dafür privat zahlen. Diese Kurse kosten dann pro “Credit” 150€ und ein Kurs hat zwischen 3-6 Credits.

Geschrieben von Johannes am 23. September 2008 | Abgelegt unter Campus, Studium | Keine Kommentare