Longji Reisterrassen

Mit einem Feiertag und zwei aufgezwungenen Urlaubstagen war diese Woche nicht viel los mit arbeiten und so haben Federika und Ich kurzer Hand auch noch die beiden restlichen Tage frei genommen und sind für einen Kurztrip in das wohl bekannteste Touristenzielgebiet Chinas gefahren: Guillin.

Die Gegend um Guillin liegt mitten umgeben von einsam stehenden steilen Felsen/Bergen, wie es sie sonst nirgends gibt (meines Wissens nach). Und auch wenn für viele Chinesen Guillin das eigentliche Ziel ist, so ist es in meinen Augen doch nur eine chinesische Stadt, wenn auch mit herrlicher Lage und Ausblick. Wir hatten uns jedoch ein anderes Ziel gesteckt: Die Drachknochen Reisterrassen etwa 2 Stunden nördlich von Guillin in den Bergen.

Mit öffentlichem Bus ging es in die Berge und immer weiter in grüne Natur. Rückblickend waren wir so überwältigt von dem Anblick von Bergen, Wäldern und klaren Flüssen, dass wir Bilder gemacht haben, die jetzt im Nachhinein unspektakulär und trostlos scheinen.

Die Reisterrassen liegen in einem früher sicherlich schwer zugänglichen Tal, in dem sich 3-4 Minderheiten niedergelassen haben und über Generationen hinweg Reisterrassen in die Berge gehauen und gepflegt haben.
Die Meisterleistung, der Schweiß und die Mühe, die in der Rodung, Bodenvorbereitung, dem Bau der Reisterrassen, dem jährlichen Dammpflege und der Düngung, der täglichen Kontrolle des Wasserstands, dem Sähen und Ernten am steilen Hang inbegriffen ist, ist unbeschreiblich.

So weit das Auge sieht, ist jeder Hang mit diesen “Reisdrachen” umwickelt. Aufgrund der Höhe war es noch nicht Zeit um die Reissprösslinge auszusetzen. Allerdings konnten wir Bauern beim vorbereiten der Felder beobachten.

Eingang zu den Reisterrassen... jede alte zierliche Frau wollte meine 20kg für mich tragen...SonnenaufgangSonnenaufgangSonnenaufgangMinderheitendorfMinderheitendorfmorgentlicher Ausblick aus dem ...das war einmal die Spitze des BergesReisbauer von Morgen...can I carry your Backpack ma?nach etwa 3h wandern durch ReisterrassenReisstengel vom letzten Jahr...Yao Minderhei, die selbst beim Kräuterpflücken noch Schmuck und Postkarten dabei haben und loswerden wollenBambus wächst bis zu einem Meter am Tag!

Am ersten Tag sind wir so hoch, wie uns das Tageslicht hat gehen lassen. Dort haben wir dann Quartier bezogen und in Bambus gegrillten Reis gegessen. Der Ausblick aus dem Bett am morgen war unbeschreiblich: ein Tal mit Reishängen.
Am nächsten Tag sind wir dann früh raus, um den Sonnenaufgang vom höchsten Aussichtsturm bestaunen zu können. Da wir mitten in der Woche dort waren, konnten wir die Reisterrassen völlig alleine für uns genießen und auch wenn die Sonne nicht in ihrer vollen Pracht zum Vorschein kam, so hat sich der Ausblick dennoch gelohnt.
Danach sind wir einmal quer über Berg und Tal in ein anderes Dorf gewandert (etwa 5h mit Gepäck und der Bange, sich verlaufen zu haben).

Ein herrlicher Ausflug in eine surreale Welt. Beeindruckend, was eine eingeschworene Gemeinschaft über Generationen hinweg mit der Natur anstellen kann und das solch ein gravierender Eingriff in diese Bergwelt eine solch unbeschreibliche Ästhetik zur Folge hat.

Dieser Ort zählt mit zu einem der schönsten Orte der Welt, die ich bisher bereist habe.

Johannes 3. Mai 2011 Allgemein Keine Kommentare Trackback URI Kommentare RSS

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