TransSibTour


Diese Seite wird erst noch erstellt und bearbeitet! Mit der Zeit will ich das noch nachholen…
Hier aber erstmal ein paar Bilder …

Reiseplanung & Vorbereitung
Moskau
Jekatarinburg
Taischet
Im Zug
Irkutsk
Olchon
Ulan Baator
Gobi-Tour

Reiseplanung & Vorbereitung

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Die Idee mit der TransSbirischen Eisenbahn nach China zu fahren, kam auf, alls die Frage im Raum stand, wie man denn am besten und am billigsten nach China kommt. Die Studenten vor uns sind bis auf ein paar (uns unbekannte) Ausnahmen alle per Flug nach China gekommen, so dass wir keinen mit TransSib-Erfahrungen kannten.

Durch den Reiseführer TransSib Reisehandbuch von Doris Knop, sind wir schnell bei ihre Reiseagentur KnopReisen gestoßen und haben uns ein Angebot machen lassen, von dem was uns alles interessieren würde. Da dieses uns jedoch viel zu teuer war haben wir unsere Vorstellungen etwas gekürzt, Städte und Touren rausgenommen und uns ein weiteres Angebot zusammenstellen lassen. Dieses hatte dann auch einen Preis, mit dem man leben konnte.
Das Angebot war auch ein Rundum-Sorglos-Paket, bei dem wir uns nur noch um unsere Unterkunft in Moskau und das Programm in UlaanBaator kümmern mussten. Der Rest ( Unterkunft,Tickets,Visa,Versicherung,Transfers) wurde für uns besorgt.

Hier unsere Reisebestätigung:

bezahlt haben wir pro Person 1.560€ für:
-Einladung nach Russland
-Registrierung
-Bahnfahrten von Moskau bis Beijing im Vierbettabteil 2.Klasse
-Übernachtungen inkl. Frühstück
-Vollpension in Taischet & Olchon
-alle Transfers
-Führungen
-Baikalaufenthalt auf Olchon für 5Tage
-Einholung der Visa Russland & Mongolei ( China haben wir selbst vor Ort beantragt)
-Reiserücktrittsversicherung (52€)
-Reisekrankenversicherung ( 35€)

Extra Kosten hatten wir nur für die eigene Anreise mit Airberlin und für die Nacht im Hostel in Moskau. Außerdem haben wir unsere GobiTour selbst vor Ort organisiert, was uns etwa 400€ billiger kam.

Einen Endbetrag was mich die Reise gekostet hat kann ich nicht wirklich geben. Es sind einige Kosten auf dem Weg gewesen wie Fahrrad ausleihen, Kamelreiten, extra Eintritte, extra Touren auf Olchon, Trinken, Essen… es summiert sich auf jeden Fall, wenn man reist…


Moskau

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Es ist soweit, alles ist im Rucksack verstaut, der Zoll ist passiert und das Flugzeug wieder sicher gelandet.

Am 6.8.2008 haben sich Almuth, Vermie und ich ( 2 Kommilitonen von mir, die auch in China studieren) auf den Weg ins TransSibirische Abenteuer gemacht. Mit Airberlin ging es für knappe 70€ von Berlin-Tegel nach Moskau. Selbst meine 8kg Übergepäck ( 28kg im Rucksack) hat Airberlin ohne Anstand und extra kosten mit transportiert ( dafür soll ich das nächste Mal jedoch 8kg weniger als max. mitbringen , also nur 12kg ;)

Im Flugzeug habe ich 2 amerikanische Freunde getroffen, die uns dann auch gleich durch den Flughafendschungel in Moskau leiteten und sicher stellten, dass wir heil im Zentrum Moskaus ankommen ( was immerhin noch eine 3/4Stunde im “Express Zug” bedeutete )

Im Zentrum angekommen, sind wir mit schwerem Gepäck erstmal in unsere Jugendherberge Napoleon im Zentrum marschiert. Passender Weise gleich ins ” ????? ????? ” (rus. “China-Stadtviertel”).

Danach sind wir dann quer über den Roten Platz geschlendert und haben ihn illuminiert im Mondenschein genießen können. Diese Nacht noch unter blauem Himmel und ohne Menschenmassen.

Johannes, Almuth & Vermie warten auf den Das GUM bei Nachtder Rote PlatzDas GUM illumjiniertdie Basilius Kathedraledie Basilius KathedraleVermie & Almuth vor der Basilius Kathedraledas Bolschoi TheaterDas GUM von innenEinkaufshalle des GUMIch auf dem RotenPlatzKremelmauerder KremelSpace Shuttle Buran

Am nächsten Tag den 7.6. sind wir dann früh raus und haben unser Gepäck auf dem Bahnhof eingeschlossen. Von dort erstmal per Metro in das Hotel, welches uns nach Russland eingeladen hat und bei dem wir uns registrieren sollten. Da es arg außerhalb lag nahm das eine ganze Weile in Anspruch. Dort wurden wir dann vor den Kopf gestoßen, denn eine Registrierung dauert wohl mindestens 48Stunden, unser Zug ging aber schon in 12h… wir also im bangen gebeten, ob es nicht doch auch in 8-10h geht, was dann auch versucht wurde. Sprich wir hatten den ganzen Tag das flaue Gefühl im Magen, dass wir unsren Schein ( den übrigens niemand jemals sehen wollte) nicht bekommen würden…

Also erstmal unsere 10h nutzen und wieder zum Kreml, um von da unsere Moskau-Tour zu beginnen und um den Kreml auch einmal bei Tag zu erleben. Dort stellte sich raus, dass wir am “russischen Montag” da waren… denn wie bei uns die Museen am Montag zu machen, macht in Moskau alles am Donnerstag zu.


MoskauTV.

So blieb uns der Kreml versperrt und wir mussten ausweichen auf etwas anderes. Eine Stadtinfo oder Stadtführungen gibt es in Moskau übrigens nicht, so fehlte uns auch jeglicher Anlaufspunkt um unseren Wissensdurst zu stillen. Nach längerem Suchen hatten wir dann die Auswahl zwischen einer Stadtrundfahrt auf russisch ( was unseren Wissensdurst wohl nicht wirklich befriedigt hätte), einer ganz privaten Stadtführung für 40€/Stunde/Person auf deutsch ( was mir zu teuer war, da man ja allein für den RotenPlatz schon über eine Stunde brauchen würde) und einer Fahrt auf dem Schiff quer durch Moskau auf der Moskwa vorbei an der Uni, an Parks, am Kreml und direkt zu dem Hotel, bei dem wir unsere Registrierungsschein wieder abholen mussten. Dort hat dann doch noch alles geklappt, wir bekamen jeder unsren sinnlos Schein und unsere Zug-Tickets.

Moskau-Jekatarinburg = 24€

Jekatarinburg-Taischet = 32€

Taischet-Irkutsk = 12,5€

Irkutsk-Ulaanbaator = 15€

Ulaanbaator-Jining(chin.Grenzstadt) = unbekannt

Jining-Beijing = 25 €

Total: etwa 160€, was nur 1/10 unserer Reisekosten bei Knop darstellte darstellt…
Bezahlt haben wir 1.520€

dann schnell zum Zug und auf nach Jekaterinburg
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Jekaterinburg

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Jekaterinburg wird in Russland “??????????” [Sverdlowsk] genannt. Und auch wenn alle Welt beteuert, dass der Name in Jekaterinburg geändert wurde, so hat man davon recht wenig gemerkt. Selbst die Leute im Zug konnten mit “Jekaterinburg” nichts anfangen.

Es ist 6.26 und wir stehen mit unseren Rucksäcken auf dem Bahngleis von “Sverdlowsk”. Es ist viel zu früh, eisig kalt, windig & es nieselt. All in allem kein schöner Empfang.
Da wir am selben Tag weiterfahren, schließen wir unser Gepäck ein und machen uns auf den Weg die Stadt zu erkunden. Die Erwartungen, die man aus den Reisebüchern hatte, wurden jedoch arg enttäuscht. Sie Stadt ist grau, hässlich und ein richtiger Stadtkern fehlt. So richtig Sehenswertes haben wir nicht gefunden, bis auf die Romanow-Gedenk Kathedrale, welche wohl auf der Stelle errichtet wurde, an der die Romanow Familie ermordet wurde.
Zu unserem Glück fand gerade eine Messe statt, so dass wir orthodoxen Glauben und die Zeremonien einmal life erleben konnten:
Man stelle sich eine große Kirchenhalle vor, welche in der Mitte durch eine große verzierte Wand getrennt ist. Davor steht die Gemeinde und schaut gen den Bildern an der Wand. Dahinter finden alle Zeremonien und Rituale statt, welche man jedoch nur ab und zu mal kurz zu sehen bekommt, wenn eine Tür in der Wand geöffnet wird.
Die Gemeinde kommt und geht. Es gibt keine Stühle- alle stehen. Jede 2.Minute (gefühlt) kreuzigt sich die Gemeinde und fällt auf die Knie. Ein interessantes Workout, welches sicher gut gegen die Müdigkeit ist. Im Hintergrund werden Texte gesungen. Almuth und Vermie mussten einen Rock überziehen und ihr Haupt mit einem Kopftuch bedecken. Leider war fotografieren nicht erlaubt…
Im Keller gab dunkle aber prachtvolle Altäre an denen Babuschkas beteten und Ikonen küssten.

In Jekaterinburg habe ich mir dann auch noch eine russische SIM Karte gekauft. Dies alleine war schon ein schwieriges Unterfangen und trotz aller Bemühungen war dies ein absoluter Fehlkauf: Russland scheint so groß zu sein, dass man mit einer SIM Karte nur in einer bestimmten Region telefonieren kann. Als wir also am Abend die Stadt wieder verließen und gen Osten fuhren, war die SIM Karte schon wieder nutzlos… In der kurzen Zeit, in der sie ging, habe ich versucht zu Hause anzurufen, jedoch war es da gerade mitten in der Nacht und somit ging keiner ans Telefon.

Nach einem ganzen Tag in Jekaterinburg ging es dann abends wieder zum Bahnhof und eingedeckt mit Instantnudeln und Proviant für 2 Tage Zugfahrt ging es dann nach Taischet

Zaren Kathedrale in JekatarinburgRomanow Kathedrale in JBDowntown Jekatarinburg

Taischet

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Wir schlafen bis in die Puppen. Ortszeit etwa 13uhr…in Wirklichkeit erst gegen 8Uhr (Moskauer Zeit).
Im Halbschlaf habe ich Krasnojarsk mitbekommen. Der kurze Ausblick auf die Stadt im Morgengrauen war sehr beeindruckend. Ringsum gab es grüne Hügel und kaum Bäume. Es war das erste Mal, dass es etwas interessantes zu sehen gab. Und nur von diesem kurzen Augenblick würde ich glatt behaupten, dass Krasnojarsk einen Stopp wert wäre!

Mit nur 20 min Verspätung nach 2 Tagen fahrt sind wir dann am Mittag in Taischet wieder aus dem Zug und wurden von Harry direkt vor unserem Wagon abgeholt. Harry fuhr uns dann in seinem 35 jährigen Wolga ins Dorf Birjusa.


Taischet, Harry und der Wolga


TaigaIdyl bei Valentina

Valentina begrüßt uns un zeig uns ihren Blumengarten und unsere Zimmer. Wir schlafen in ihrer Wohnung und sie anscheinend auf der Pritsche in der Küche im Nebenhaus. Wir kommen also erst einmal an und bestaunen diese Blumenpracht mitten in Sibirien. Gegen 19:00 gibt es Abendbrot. Es gibt Kartoffeln mit Klops, dazu Butter und Fisch. Zu trinken gibt es Kompott. Zum Nachtisch gibt es Brot mit selbstgemachter Himbeermarmelade. Zum Verdauen und um die Füße etwas zu vertreten sind wir dann einmal quer durch das Dorf spaziert zum Fluss Birjusa. Es war doch schon etwas kalt und vor allem mückig und so hatten wir doch keine Lust hinein zu springen. Dafür erwartete uns aber eine richtige Banja ( russische Sauna ) bei Valentina. Neben der Küche ging es in einen Umkleideraum und von dort dann in einen schön warmen Raum mit Pritsche und Reisig. Dies ist auch das einzige Bad im ganzen Haus, sprich man kann sich auch nur hier waschen. Es gibt einen Kessel mit heißem Wasser, dazu eine Schüssel und ein Fass mit kaltem Regenwasser. So ist man sich selbst die Dusche und schwitzt nebenbei etwas neben dem Ofen.

Am nächsten Tag gab es eine Führung durch das Dorf mit einer Lehrerin, die englisch spricht. Es leben etwa 600 man in Birjusa, davon knapp 160 Kinder. Es gibt eine Schule, ein Kinderheim 2 kleine Läden und eine Milizia. Viele Frauen leben alleine, getrennt von ihren Männern, da diese oftmals dem Alkohol verfallen sind und “zu nichts zu gebrauchen sind” - So auch unsere Gastgeberin.
Das Bild betrunkener Männer konnten wir auch selbst auf der Straße oder im Straßengraben erleben.

Im Anschluss nimmt uns Valentinas Schwager mit dem Boot mitten in die sibirische Taiga. Nach etwa 40 Minuten Bootsfahrt sind wir an einer unscheinbaren Stellen angelegt und haben uns durch das dicke Taiga Gestrüb geschlagen.
Taiga, das habe ich nun als Landschaft voll mit mannshohen Büschen und abartig vielen Mücken in Erinnerung. Weil es sich dorthin sicher nur selten mal jemand verirrt, haben die Mücken an uns natürlich ein Festmahl gefunden. Die Mücken waren dann schon sehr grenzwertig und man brauchte starke Nerven um nicht durchzudrehen.

Also schnell ein Feuer angefacht um a) die Mücken zu vertreiben -nicht durch das Feuer, eher durch den Rauch und um b) selbstgemachten Borschtsch zu kochen.

Borschtsch, dass ist das russische Nationalgericht: eine Rote-Beete Suppe mit Fleisch, Kartoffeln, Kohl und Kräutern. Alles schnell vor Ort geschnitten, in den Topf und übers Feuer. Dazu gab es einen Klacks Schmand und ein paar Geschichten aus dem Leben unsres Taigaführers, der übrigens Polizeichef ist und sehr oft hier in die Wildernis kommt.

Abends geht es dann wieder mit Harry und seinem Wolga zum Bahnhof und wir steigen ein für eine Nachtfahrt nach Irkutsk.

TaigaBorschtsch in der TaigaBorschtschvon Mücken geplagtBortschtsch

Im Zug

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Transsib Abteil


TransSib-Ausblick


TransSib - Ausblick 2

Die Züge die wir hatten waren alle “Schnellzüge”, auch wenn mir das Tempo eher wie im Regionalzug bei uns vorkam. Wir hatten immer ein 4 Betten Abteil, welches auch immer voll belegt war.
Während der ersten Strecke von Moskau nach Jekaterinburg sind wir Nachts in unser Abteil gekommen und waren nur zu 3. da macht sich ein extra Bett natürlich prima um die 3 riesigen Rucksäcke zu verstauen und all das sonstige Gepäck. So machten wir uns also breit und dachten wir hätten das ganze Abteil für uns. Nun Nachts um halb 4 wurden wir dann eines Besseren belehrt. Irgendwo kurz nach Moskau stieg dann unser Mitbewohner noch dazu und wir mussten das freie Bett räumen. Ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass man das Gepäck von 4 man in diesem kleinen Abteil verstauen könnte. Aber es hat immer geklappt!

Die Betten sind etwa 1,90, man kann aber die Füße etwas überstehen lassen, so dass auch ich absolut hineingepasst habe. Es gibt einen Fallschutz, den man hochklappen kann, ich habe mich aber immer sicher gefühlt und diesen eigentlich nie benutzt.
Das rattern des Zuges hat mir keine Probleme gemacht und so konnte ich immer herrlich gut schlafen.
Ich habe kaum gemerkt, wenn wir gehalten oder angefahren sind.
Da das Abteil eine Tür hat, ist man auch vom Gangtreiben abgetrennt und kann auch ruhig einmal ausschlafen.
Die oberen Betten fand ich besser. Diese hat man für sich alleine und kann sich immer wieder dorthin zurückziehen. Die unteren Betten sind eigentlich immer belegt gewesen von uns die dort saßen oder unsren Mitreisenden, die dort den Tag verbrachten.

Die Fenster waren in jedem Zug völlig verdreckt und dies hat die Sicht arg verschlechtert. Zum Glück war ich darauf vorbereitet und habe noch in Moskau Fensterputzmittel gekauft. Nun bin ich schon fast 2m groß, die Fenster allerdings sind doch so hoch, dass man nur mit Mühe alles putzen konnte. Am Besten wäre ein Teleskop gewesen, wer will das aber immer mit sich rum schleppen? Ein Lappen wäre ideal. Ich habe die Fenster mit Klopapier geputzt und das ging auch. Der Schmutz ist allerdings schon so fest, dass ich bestimmt 5-6 mal putzen musste.

Mit dann immer sauberen Fenstern waren wir auf eine schöne Aussicht gespannt.
Leider war diese aber eher die größte Strecke enttäuschend.
Zu sehen gab es immer das Selbe, nichts Spektakuläres, nur das Nebengleis und dann Bäume. Die ganze Strecke von Moskau bis Nowosibirsk wurden neben den Gleisen Bäume gepflanzt, die einem die ganze Sicht nahmen. Der Blick in die Ferne blieb einem so fast immer verwehrt und Landschaft oder Felder hat man nicht zu Gesicht bekommen.
Die Highlights, wie Uralgebirge oder die Strecke direkt am Baikalsee haben wir alle in der Nacht hinter uns gebracht und konnten diese so auch nicht wirklich erleben.
So war der Ausblick aus dem Fenster nicht spannender als irgendeine Strecke in Mitteldeutschland - zu mindest bis Nowosibirsk.

Jeder Wagon hatte etwa 10 oder 15 Abteile, einen Samowar, eine Toilette mit Waschbecken ( es gab noch eine 2. am anderen Ende, diese war jedoch nur in einem Zug offen) und ein Zimmer für die Schaffner. Immer etwa 10 min vor einem Halt wurde dann die Toilette geschlossen und auch erst wieder 10 min nachdem wir wieder unterwegs waren geöffnet. Es war also immer von Vorteil zu wissen, wann der nächste Stopp war und vor allem wie lange! Es gab manche Stopps, die gingen über eine halbe Stunde und eine halbe Stunde kann schon lange sein…
Bei den Grenzübergängen waren die Toiletten sogar für geschlagenen 8 Stunden geschlossen, allerdings gab es da auf dem Bahnsteig eine Möglichkeit.

Was macht man den ganzen Tag im Zug? Nun erstmal ausschlafen. Und da man über Nacht gleich mal ein oder 2 Zeitzonen überspringt wacht man gegen Mittag auf, obwohl es nach Moskauer Zeit erst Morgens ist und nach Mitteleuropäischer Zeit fast noch Nacht. Es heißt also erstmal in die Schlange vorm Bad anstellen um sich zu waschen. Dann schnell eine Instantnudelsuppe oder was man sich so mitgebracht hat und dann Landschaft schauen ;).
Da ich noch etwas russisch kann, haben wir uns mit Händen und Füßen mit unseren Mitreisenden unterhalten, Karten gespielt, gelesen oder einfach wieder geschlafen.
Man kann sich übrigens prima mit einer 1,5L Flasche die Haare auf dem Klo waschen. Es wurde mehrmals getan.

Ansonsten kommen ständig Leute mit Pelzen, Tüchern oder Schnickschnack vorbei. Es gab fast in jedem Zug einen Speisewagen. Wir hatten aber immer unser Essen dabei. Außerdem kann man sich bei jedem Halt auf dem Bahnsteig von den vielen Großmütterchen eindecken lassen.
Da gab es immer getrockneten Fisch, Obst, Gemüse, Getränke, selbst gemachtes Brot oder Pelmeni.


Irkutsk

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Nach kurzer, aber schöner Fahrt kamen wir früh in Irkutsk an. Wir wurden direkt vor unserem Wagon abgeholt und zu unserer Privatunterkunft (Natailie) gebracht. Eine nette russische Rentnerin in einer schmucken Altbauwohnung. Die Unterkunft liegt recht Zentral. Wir haben herrliches Wetter erwischt und es ist das erste Mal sonnig und warm auf unserer Tour. Mit leerem Magen und dem Knop-Reisebuch und dem Lonleyplanet ging es dann erst einmal in das angepriesene und nahe Wiener Cafe. Dort leckeren, wenn auch teuren Kuchen gegessen und einen Kaffee getrunken und dann an der Promenade am Fluss Angara im tollsten Sonnenschein entlang spaziert. Promenade, Sonne und frische “Baikal-Meeres Luft” lässt einen völlig vergessen, dass man mitten in Sibirien ist - man fühlt sich eher am Mittelmeer.
Nach einem kurzen Besuch ins eher unspektakuläre Heimatmuseum ging es erstmal quer durch Irkutsk. Auf unserer bisherigen Reise wurden wir mit Stadtinfos oder Geschichtsinfos eher enttäuscht. So hat sich ein Wissensdurst angestaut, denn wir unbedingt befriedigen wollten. Eine Stadtführung musste her - wir wussten nur nicht wo. Da es nirgends eine Stadtinfo gibt in Russland ( selbst nicht in Moskau ) ist man nur auf seine Reisebücher angewiesen und diese waren uns immer zu mager. Auf ging es also zur Suche nach einem Hotel, welches Stadtführungen in englisch organisiert. Nach dem ersten Abenteuer eines Maschrutkas ( russisches Sammeltaxi ) wurden wir fündig. Jedoch hat dann der Preis für eine 2 stündige Stadtfahrt ( á 45€ ) den Durst doch gelöscht und wir darauf verzichtet.
Also auf eigene Faust durch Irkutsk geschlendert. Die Stadt hat herrlich urige Holzhäuser in fast jeder Straße. Wir wissen nun zwar nicht wie alt diese sind, man kann ihnen aber ansehen, dass sie schon so einiges mitgemacht haben. Die Straße neben den Häusern schein im laufe der Zeit so aufgeschüttet worden zu sein, dass mittlerweile die Fenster schon mit dem Boden abschließen oder teilweise bereits unter der Straße liegen.
Überall schein Leben und eifriges Treiben. Es gibt ein Chinaviertel, wo es alles Billige zu kaufen gibt. Wir schlendern über Märkte und Markthallen und genießen den russischen Flair mit all seinen Eigenheiten.
Bewaffnet mit Brot, Schinken und Butter sind wir dann gen Abend auf der Suche nach einem Festplatz mit ewigem Siegesfeuer vom Wege abgekommen und haben uns all den Straßen Gassen verlaufen. Des Nachts in einer fremden russischen Stadt in dunklen Gassen, freilaufenden Hunden und besoffenen Russen kommt dann doch schon mal ein etwas gefährlicher Eindruck auf - aber die Welt ist ja bekanntlich nicht schlecht und wenn, dann nur in Fernsehen. Nach etwa einer Stunde irren haben wir dann doch noch das Siegesfeuer gefunden und bei Gitarrenmusik zu Abend gegessen.

Am nächsten Morgen ging es dann auf eigene Faust zum Busbahnhof, denn wir wollten nach Listwanka, einem Ort am Baikalsee mit einem uns von unserem Abteilsgenossen empfohlenem Baikal Museum. Da wir natürlich zu spät aus den Federn kamen (wir wussten es aber auch nicht besser) haben wir den Bus verpasst und mussten bis 14:30 auf den nächsten warten. Die Zeit haben wir genutzt und haben die Moschee in Irkutzk gesucht und gefunden. Der muslimische “Pfarrer” ???(wie heißt das Amt im Islam?) hat uns herum geführt und uns auf englisch freundlich vieles erzählt.

Dann ging es mit dem Bus für eine Stunde durch Wald und Hügel an den Baikal. Die blaue Perle Russlands ist atemberaubend. Ein blaues Meer umgeben von Bergen.
Das Museum war den Besuch wert. Es gab kleine Aquarien mit den Fischen aus dem Baikal und natürlich Baikal Robben. Oben gab es Infos über den Baikal und Modelle, sowie Fotos und eine Ausstellung über die Geschichte der Forschung am Baikal.

Promenade in Irkutskgünstiges russisches Essen

Olchon

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Früh ging es mit einem Privatbus ( zu 3. in einem 8 man Bus) auf nach Olchon, der Insel auf dem Baikal. Wir erlebten 6 Stunden fahrt durch uns noch unbekannte tolle Steppen- und Hügel-Landschaft. Die ersten 3-4 Stunden ging es auf Asphalt, danach nur noch auf Kies und Schotter ( aber in der selben Geschwindigkeit ). Unterwegs freilaufende Kühe auf der Straße, liegen gebliebene Autos und mitten im Nichts Babusckas, die Beeren oder Pilze verkauften.
Nach 4 Stunden kamen wir an die Fähre auf die Insel. Wir mussten etwa eine Stunde warten, wobei wir wohl Glück hatten, denn unser Fahrer ist durch den Ausgang an der langen Schlange an allen Wartenden frech vorbei gefahren und hat es noch auf die Fähre geschafft. Die Fähre fasst nur etwa 6-8 Fahrzeuge und braucht etwa eine Stunde hin und zurück… man kann dort also eine menge Zeit verbringen…


Fähre Olchon

Von dort aus dann noch einmal 1,5 Stunden über Stock und über Stein ( Tempo 80-100 ).
Dann endlich in Nikitas Homestay angekommen und eingecheckt. Auf dem Gelände des “Hostels” (ist eher eine Art Ferienpark) gab es keinen Platz mehr, so wurden wir außerhalb bei einer Familie untergebracht. Anscheinend hat jedes Haus in Chuschir ein Gästehaus, in dem man nächtigen könnte.
Mein Zimmer hatte direkten Blick auf das “Meer” und war das erste vom Strand aus - herrlich ;)
Bei Nikita gibt es deutsch sprechendes Personal, dass uns all unsere Fragen beantwortet.

Also 3 volle Tage in herrlichster Landschaft.
Nach unserer Ankunft sind wir erst einmal an den Strand und haben die atembaraubende Bucht bestaunt. Die Sonne scheint und es ist warm, wenn auch ein frischer Wind wäht und mich erst einmal vom in die Wellen springen abhält. Also einfach auf einen Felsvorsprung gesetzt und das “Meeresrauschen” genossen. Am Abend dann etwas getrockneten Fisch gekauft und den russischen Schulkindern unserer Vermieter am Lagerfeuer über TokioHotel und russische Musik unterhalten.

Am nächsten Tag hatten wir uns für eine Tagestour an die Norspitze der Insel eingetragen. Es ging also recht früh los. Wir waren etwa 10 man, die mit einem kleinen Boot für bestimmt 4-5 Stunden entlang der Insel bei heftigstem Seegang gen Norden fuhren. Am Ufer der Insel fuhr langsam eine spektakuläfe Küstenlandschaft mit Hügeln, Steinklippen oder Sandstränden an uns vorbei. Da wir gegen den Wind fuhren und somit immer wieder die Wellen brechen mussten, ging unser Schiff immer auf und nieder. Eine Schaukelfahrt, die nicht jedem so recht bekam. Für den Magen das schlimmste war nach etwa 3 Stunden das Mittagessen in der Kajüte under Deck, wo man ohne Horizont als Fixpunkt sich nur noch am Schwappen der Fischsuppe orientieren konnte, ob es gerade ab oder auf ging… Aber nichts gegen die Fischsuppe und das Brot, die waren genau richtig und lecker. Allerdings: man versuche einmal einen Löffel Suppe auf einer Schaukel in den Mund zu bekommen ;) … ist garnicht so einfach.
Vorbei an Felshängen mit Gesichtern und einer passenden Geschichte, sind wir dann heil in einer Bucht im Norden der Insel eingekehrt und an Land gegangen. Nach 5 Stunden auf und ab war das dann der perfekte Ort um etwas Ruhe und Balance wiederzufinden. Hier oben ist fast keine Menschenseele und man kann nur zu gut erahnen, wie herrlich es doch wäre hier in dieser Bucht ein Haus stehen zu haben…

Nach einer kurzen Pause und einem kleinem Nickerchen am Strand, wurden wir dann mit ein paar russischen All-Rad Bussen abgeholt und es ging überland zurück. Diesmal jedoch aus der anderen Perspektive - wir fuhren quer Feld ein, über Stock und über Stein, durch Sand, Schlamm und Geröll hinauf zu all den Felsen und Hügeln, die wir vom Schiff aus haben sehen können. Etwa 3-4 Stunden Busfahrt auf keiner Straße, sondern wagen Pisten, waren dann nicht viel besser als das Geschaukel aud Wasser. Diesmal wurden wir im Buss schwer durchgerüttelt. Und auch wenn fast jeder von uns nach diesem Ausflug etwas Kopfschmerzen hatte, so hat sich dieser Ausfllug alle mal gelohnt. Unsere Mitreisenden waren alle gut gelaunt und so hatten wir eine unvergessliche Zeit.
Am Abend saßen wir dann auch noch alle bei Wein und Fisch zusammen.

Am nächsten Tag hieß es dann erst einmal seit längerem ausschlafen und dann einen ganzen Tag am Wasser verbringen. Also eine Decke, Handtuch und ein Buch geschnappt und auf zum Strand. Trotz Sonne war es mir aber dennoch zu windig und zu kalt um ins Wasser zu gehen. Also erst einmal etwas am Strand aufwärmen und lesen. Nach garnicht all zu langer Zeit umsammelten sich dann eine Horde Koreaner um mich, die sich den Platz aussuchten, an dem ich gerade meine Ruhe haben wollte. Umzingelt von also bestimmt 80 Koreanern legte ich also mein Buch zur Seite und bestaunte deren Treiben. Leider hatte ich keine Kamera dabei, die diese unglaublichen Szenen wiedergeben hätte können. Also hier nun was sich abspielte:
Etwa 80 Koreaner allen Alters trafen sich am Strand um zu meditieren und um “Sport” zu treiben. Welche Art von Meditation kann ich nicht sagen - TaiQi war es jedenfalls nicht. Es fing arg laut an mit einer Begrüßung per Megafon und Sprechgesängen auf koreanisch. Mir kam dies alles wie Parteiparolen vor…
Danach suchte sich jeder ein Plätzchen am Strand ( jeder etwa 20 cm vom anderen entfernt und ich mitten drin) und es wurde in völliger Ruhe erste einmal für 10 min sitzend meditiert. Im Anschluss gab es eine Art Fitnessprogramm mit Vortänzer. Nach etwa 30 Minuten Sport, Meditation und Gesang ging es dann ins Wasser. Jedoch nicht etwa in Badehose oder Bikini, sondern so wie sie gekommen waren: Mit Schuhen an, Hose an, Mütze und Jacke an und auch mit Brillen auf. Ein groteskes Bild, wo man innerlich nur schreit - nein, zieht euch eure Klamotten aus! Denn sie hatten auch keine Wechselklamotten mit und standen danach in den nassen Klamotten am Strand und trockneten sich ihre nasse Hosen, Jacken und Schuhe mit dem Handtuch ab. Also Respekt vor dieser Tat habe ich schon gehabt. Denn nichts ist schlimmer als aus dem Wasser zu kommen und in nassen, kalten Klamotten zu sein. Man bedenke, es schien zwar die Sonne, es wehte aber ein Wind, der sich wie 10-15 °C anfühlte. Ich saß auch mit Mütze und langer Hose und Jacke am Strand. Und nach deren Badeaktion ging dann die Sport-Meditation für sicher eine Stunde noch weiter.
Ich habe mir dann eine Koreanerin rausgesucht, die etwas englisch konnte und gefragt, wer und was diese Gruppe denn ist. Wenn ich das recht verstanden habe, dann war dies eine religiöse Gruppe, die nach Olchon kamen, da sie denken, dass von hier alles Leben entsprungen ist und dieser Ort magische Kräfte besitzt. Sie zeigte mir dann ihr Talisman, was ich dann auch an allen anderen wieder entdeckt habe. Laut ihrer Angaben gibt es auch solche Gruppen in Deutschland. Habe aber vergessen, wie sie sich nannten ( war etwas asiatisches). Diese Gruppe war also eine Glaubensgemeinschaft, die für 2 Tage nach Olchon kam dort zu Meditieren und Kräfte zu tanken.
Für mich war vor allem faszinierend, wie alle nur als Gruppe, als Eins wahrnahm und keiner raus stach.

Der Glaube an magische Kräft dieser Insel wird übrigens auch von den Inselbewohnern geteilt. So geht das Gerücht um, dass die Insel Olchon direkt im Kontakt mit Außerirdischen steht und diese hier des öfteren landen. Es soll wohl auch Anstrengungen gegeben haben die Insel als offizielle Landebahn für Raumschiffe zu deklarieren. Gespannt ob ich vielleicht in Kontakt mit Aliens treten würde, verbrachte ich also die Nächte am Strand mit Blick gen Himmel. Aliens blieben mir zwar verwehrt, dafür erbot mir allerdings ein Sternenhimmel, der seines gleichen sucht. Weit weg von jeglicher Zivilisation kann man einen Himmel bestaunen, den es so kaum bei uns zu sehen gibt.
In einer dieser Nächte konnte ich dann noch ein lustiges Schauspiel erleben: in völliger Dunkelheit sah ich vom Dorf kommend eine Licherschlange entlang der steilen Hügel zum Strand laufen. Man stelle sich vor man hat eine atemberaubende Küstenlandschaft mit steilem Abhang - an diesem Abhang geht ein Weg immer auf und ab - teilt sich mal und findet wieder zusammen. Nun setze man etwa 100 Lemminge mit einer Fackel auf diesen Weg, die alle in Reih und Glied diesen Pfad entlang marschieren. So in etwa sah es aus, als die Gruppe Koreaner mit Taschenlampen zum Strand eilten um eine Meditation des Nachts zu starten. - Die Bilder sind alle leider nichts geworden - man sei nur versichert, die Lemming Assoziation war ein lustiger Anblick und ich habe mich köstlich mit 3 Russen amüsiert.
An dem Tag traf habe dann auch noch mit ein paar betrunkenen Russen auf die Freundschaft angestoßen und mich über Gott und Schamanismus unterhalten. Auf die Freundschaft trinken hatte irgendwie nicht gereicht, sie wollten mehr. Und so war ich nun vom Bier mit Wodka warm genug um auch endlich den Sprung in den Baikal zu wagen. Und zusammen mit Russen, die darauf bestehen ist es auch viel Leichter. Also rannten wir in die Fluten und schwammen ein paar Runden. Der Baikal ist übrigens auch im Sommer eisig kalt. Keiner konnte genau sagen wieviel Grad es waren, nur so in etwa : zwischen 6 und 10 °C … Nicht gerade warm genug um weit raus zu schwimmen oder auch nur zu gedenken den Kopf lange unter Wasser zu halten um die klare Sicht zu genießen.
Ich hatte zwar Tauchbrille mit und wollte eigentlich etwas Schnorcheln… das hat der Körper dann aber doch nicht mit gemacht. Nach etwa 1-2 Minuten und tauben Fingern und Füßen ging es dann schnell wieder raus. Danach ist einem dann auch warm und nach einem weiterem Schluck auf die Freundschaft kommt dann auch wieder Gefühl in die Füße…

An unserem letzen Tag haben wir uns Fahrräder ausgeliehen und sind quer über die Insel um einmal die andere Seite zu sehen. Ohne große Ahnung wohin sind wir also los, quer über Felder und quer durch Wälder. Olchon ist sehr hügelig und so haben wir die Räder die meiste Zeit nur geschoben. Jedoch: Wo es Berg auf geht, muss es auch Berg ab gehen. Und so muss Logik anerkennen - die Hälfte der Strecke sind wir auch die Berge wieder runter gerollt.
Die Tour war sehr anstrengend und doch lohnenswert! An der anderen Seite angekommen, erwartete uns ein Steinstrand in einer Bucht, sonst nur umgeben von Seilen Abhängen. Von unserer Fahrt durchgeschwitzt und aufgeheizt ging es dann ins kalte Wasser. Wir waren die Einzigen am Strand und genossen wir einen Augenblick die Ruhe und das Meeres rauschen, bevor wir wieder die Hügel erklommen und den Weg zurück suchten. Auf unserem Weg zurück sind wir dann auch an der Müllhalde des Dorfes vorbei geradelt.
Wir hatten davon zwar gelesen, waren dann aber doch geschockt über die Massen an Müll und die rücksichtslose Handhabung. Anscheinend wird jeglicher Müll hinter einem Hügel in einem kleinen Wäldchen einfach ausgeschüttet. Da fanden wir Bauschutt, Plastikmüll, Dosen, Schrott, Batterien… alles. Teilweise wurden wohl Gruben gegraben und dort dann alles hinein geworfen. Größten Teils liegt aber alles einfach nur wie hin geschmissen im Wald. Ohne Schutz und dem Wind völlig ausgeliefert. Ein Wunder, dass der Müll noch nicht vom Winde auf der ganzen Insel verstreut ist.

Ich hatte im Reisebuch gelesen, dass Olchon ein Problem mit dem Müll der Touristen hat, weil diese ihren am Strand einfach zurück ließen und so der Strand vermüllt wird. Ich kann allerdings nur sagen: Olchon hat ein Problem mit dem Müll der Inselbewohner! Am Strand habe ich nicht gesehen, dass Touristen Müll liegen haben lassen.
Ein trauriges Bild einer sonst herrlichen Insel.
Fragt man sich nur, ob der Müll, den wir in den 4 Tagen auch dort gelandet ist. Ich hoffe nicht. Immerhin rühmt sich Nikitas Herberge mit einem grünen Image - Solarenergie und Solarwärme…

Zurück ging es dann mit dem öffentlichen Bus. Vollgepackt mit Rucksäcken im Gang und auf dem Schoss hieß es dann 7 Stunden auf Huckelpiste zurück nach Irkutsk.
Von dort dann auf eigene Faust zum Bahnhof und abends weiter nach UlaanBaator


Baikal-Bootsfahrt


Olchon-Baikal-Blick


UlaanBaator

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Auf unserer Fahrt von Irkutsk nach UlaanBaator ging es eine ganze Weile lang direkt am Baikal entlang. Leider war es mitten in der Nacht und so konnten wir kaum etwas sehen, nur erahnen. Aber man konnte das Wasser sehen und wir sind wirklich einen Katzensprung neben dem Wasser entlang gefahren.

Am nächsten Morgen sind wir dann an der Grenze zu der Mongolei angekommen. Ab da hieß es dann abwarten. Erst eine ewige Ewigkeit auf der russischen Seite und dann nur eine halbe Ewigkeit auf der mongolischen Seite. Also Toilette zugesperrt für 8 Stunden und wir an einem trostlosen Grenzbahnhof verweilt.
Nach und nach kamen dann Grenzpolizisten und sammelten unsere Pässe ein. Es gab Hunde, die in jedes Abteil mal schnupperten und Polizisten, die willkürlich jeden Koffer oder Rucksack öffnen ließen und einmal hineinfassten. Auf der mongolischen Seite ging alles etwas schneller - nur 2-3 Stunden im Abteil warten.
So mit ging dann ein ganzer Tag nur mit Grenzübergang zu Ende. Als es dunkel wurde ging es dann endlich weiter und wir sind über Nacht von Norden aus durch die Mongolei Richtung UlaanBaator gereist.

Am nächsten Morgen und wieder eine Zeitzone früher, kamen wir dann etwa um 5 Uhr Ortszeit im kalten UlaanBaator an. Gerade ging die Sonne auf und uns erbot sich eine Stadt umgeben von kargen Bergen. Wir wurden abgeholt und fuhren zu unserer Jugendherberge. Ghanas Guesthouse liegt auf einem kleinen Hügel in der Nähe des Gandan Klosters mitten in einer Art Getto. Dort hatten wir für erst einmal 10 Tage Quartier bestellt. Wir bekamen also eine Jurte auf dem Dach des Hostels mit Toilette und Dusche außerhalb. Da es Frühstück erst ab um 7 gab, haben wir also erst einmal die Jurte ausprobiert und noch ein paar Stunden geschlafen. Beim Frühstück lernten wir dann 2 Franzosen kennen, die auch mit in unserer Jurte schliefen und gerade eine Gobitour mit einem lokalen Reisebüro organisiert hatten.
Da wir die 10 Tage in UlaanBaator veranschlagt hatten um auch eine Tour quer durch die Mongolei zu organisieren, waren wir natürlich angetan von diesem Vorschlag und haben uns im Büro der Firma überzeugen lassen. Für je 160€ ging es dann also am nächsten Morgen für eine Woche im Jeep in einer Rundreise in den Süden der Mongolei zu den Sanddünen der Wüste Gobi.

UlaanBaator ist so fast die einzige richtige Stadt in der Mongolei und Der Anlaufpunkt für jeden Mongolen.
In der Mongolei leben etwa 3 Mio. Menschen und davon alleine etwa 1 Millionen in UlaanBaator.
Die Stadt ist nicht all zu groß und man kann fast überall zu Fuß gehen. Sie hat einen etwas eigenen Charme, da selsbt im Stadtbild noch Nomadentum sichtbar ist. So bestand das Viertel, in dem wir wohnten vorallem aus Holzzäunen, in denen dann eine Jurte Stand. Im Zentrum kann man sich dann mit Kaschmir eindecken. Die Straßen sind bunt belebt, jedoch auch nicht gerade gepflegt und vieles bräuchte aus deutscher Sicht mal eine Neuerung… aber so sahen die Straßen auch in Russland aus…
Wir kehrten ein in ein mongolisches Barbecue, wo man für 6€ so oft man wollte eine Schüssel mit allem mögliche füllte und diese dann einem Koch gab, der das Essen dann auf einer großen Platte für einen schnitt und grillte. Wir aßen also bis wir platzen - und als ob wir es schon geahnt hätten, war dies auch das letzte mal, dass wir in dieser Woche so richtig satt wurden.
Am nächsten Morgen ging es dann in einem uns schon von Olchon bekannten russischen Bus mit mongolischem Fahrer und mongolischer Dolmetscher los ins Abenteuer. Wir waren zu 10. in einem Bus für eigentlich nur 9 man… - unsere Dolmetscherin saß auf einem Schlafsack in einer Ritze.

Als wir wieder zurück von unser GobiTour kamen, hatten wir noch 3 ganze Tage in UlaaBaator. Also wieder in Ghanas Guesthouse eingecheckt und noch etwas in UlaanBaator die Zeit vertrieben.
In der Nähe unserer Unterkunft liegt eins der wohl bekanntesten tibetisch-buddistischen Klöster. Die Mongolei und Tibet waren geschichtlich immer eng verbunden und teilten auch den Gelb-Kappen-Buddismus. Auch wenn dieses Kloster die Sowjetzeit nur stark geschadet überlebt hat und alles erst vor kurzem wieder aufgebaut und geöffnet wurde, so war es doch beeindruckend klösterliche Lebendigkeit zu erleben. Es gabe einst die größte Statue von einem Buddha in diesem Kloster - wurde aber von den Russen deportiert und so kann man heute “nur” ein Replikat davon bestaunen. Dennoch beeindruckend.
Am faszinierendsten war allerdings das Gebet der Mönche in einem Gemeinschaftsraum mit Gesang, Instrumenten und Zeremoniell.
Wir waren auch in einem Haus, wo Mongolen Mönche um Hilfe, ein Gebet oder Heilung bitten. So läuft das in etwa ab:
Erst einmal stellt man sich an einen Schalter und beschreibt seine Wünsche oder Anliegen jemandem, der diese aufschreibt und diesen einen Preis verpasst. Nachdem man seine Sprechstunde dann bezahlt hat, bekommt man einen Mönch zugewiesen, der sich dem Zettel annimmt und mit Gesang, Weihrauch und Gebet dem Anliegen entspricht. Die Mönche lernen alle Tibetisch und sprechen ihre Gebete und Gesänge alle in tibetisch. Der Mongole selsbt kann natürlich kein Tibetisch und ist daher, wie ich finde aus den Zeremonien und Gebeten völlig ausgeschlossen. Unsere Dolmetscherin meinte, dass sie auch Buddhistin sei und regelmäßig ins Kloster geht, dort aber nichts versteht.
So, als würde bei uns in der Kirche noch immer Latein gesprochen… schon interessant.
Interessant auch, wie das Kloster damit Geld verdient. So wird heiliges Wasser verkauft, oder heilige Butter. Und es gibt Mönchs-Sprechstunden auf tibetisch. Außerdem stehen vor jedem Altar Truhen voll Spenden.


Mönchsgesang in UlaanBaator


Gobi-Tour

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Früh am Morgen ging es dann los. Nach einem kurzen Zwischenstopp um uns noch mit Keksen, Brot, Äpfeln und Trinken zu verpflegen ( da es ja in eine Wüste ging haben wir gerechnet: Jeder jeden Tag mindestens 2 Liter. Bei 8 man und 6 Tagen kamen wir also auf mehr als 50 - 2L Flaschen [48+die des Fahrers Dolmetschers]). Damit war der Kofferraum also erst einmal voll.
Dann ging es los: die erste halbe Stunde noch Asphalt, dann eine weitere halbe Stunde auf befestigter KiesStraße. Da wir eine auf der Karte dick rot eingezeichnete Strecke fahren wollten, dachte ich auch, dass es immer so weiter geht auf dieser Kiespiste. Doch plötzlich nahm unser Fahrer den Bus von der Straße und fuhr quer durch die Pampa. Ich denke, dass er sich immer an irgendetwas am Horizont als grobe Richtung orientiert hat. Jedenfalls war es das dann mit befestigter Straße für die nächsten 6 Tage. Von hier an ging es nur noch auf teilweise vorgefahrenen Strecken durch die Steppe.
Zu Anfangs fuhren wir noch durch saftig grüne Wiesen mit Rindern und Schafen. Jedoch alle 2 Stunden erreichten wir den Horizont (meist ein Hügel, über den wir mussten) und danach zeigt sich uns ein wieder völlig neues Landschaftsbild. So hat sich die Wüste von Horizont tu Horizont immer wieder verändert.
Wir sahen Gasebenen, Strauchsteppe, Kiessteppe, steinige Steppe, Flache Täler, Gebirgsketten oder einfach nur Staubpiste.
Wir fuhren jeden Tag den ganzen Tag für sicher immer 8-10 Stunden. Im Tempo 80-120 km/h ging es also über Schlaglöcher, Geröll und durch Flussbetten.
Den ganzen Tag im Bus, klingt sicherlich nicht all zu spektakulär und ist auch nicht gerade die angenehmste Art zu reisen – die immer wechselnde Aussicht entschädigt jedoch all die Strapazen.
Unser Bus schluckte wohl etwa 10-12L auf 100km. Dafür passten aber auch etwa 120 Liter in die 2 Tanks. Bei jeder Tankstelle hieß es dann auch wieder voll tanken ( so viele Tankstellen gab es auch nicht. Nur genug um von der einen zur nächsten zu kommen – also etwa alle 500km).

Der erste Stopp war mitten im Nirgends bei einer Familie mit 4 Jurten. Dort haben 2 Jungen und eine Großmutter uns etwas zu Essen gemacht.
Eine Jurte hat in der Regel einen kleinen Herd, der mit Tierdung befeuert wird. Also sind die beiden Jungs erstmal vor der Jurte Schaftsdung sammeln gegangen. Mit den dann vom Dung schwarzen Händen fingen sie dann an einen Nudelteig zu kneten. Alles vor unseren Augen. Der weilen machte die Großmutter uns Tee: Also Wasser heißmachen, etwas grünen Tee hinein, etwas Milch und Salz. So schmeckt der Tee dann auch: milchig und salzig. Gar nicht mal so übel, aber doch nicht wirklich etwas für mich. Als der Tee dann fertig war, wurde die Schüssel, in der der Tee gemacht wurde schnell ausgespült und es wurden Nudeln gekocht. Dazu gab es kleine Schafsfleisch-Stücken. Für jeden gab es nur eine Schüssel. Aber noch satt vom Vortag und mit den Bildern der schwarzen Fingernägel im Kopf war der kleine Hunger erst einmal gestillt. Das ganze dauerte etwas über eine Stunde. Und ich war überrascht, wie schnell man doch von Null eine Horde von 8 man versorgen kann mit Feuerholz holen, Nudelteig kneten, Tee kochen und Essen machen.
Von dort ging es dann noch einmal den Rest des Tages im Bus entlang einer Stromleitung in ein Dorf, in dem wir dann nächtigten. Ich und Ross, ein Neuseeländer, schliefen in einer Jurte mit offenem Dach, also direkt unter dem Sternenzelt.
Etwas unangenehm waren die zig freilaufenden Hunde, die einem im Rudel überall hin folgten. Etwa 20-30 verlauste Hunde, an denen man vorbei musste um auf das Plumpsklo außerhalb des Grundstückes zu gelangen. Da nimmt man sich dann doch mal das Pfefferspray und ein zwei Steine mit aufs Klo… Es ist aber nichts passiert. Die Hunde haben bereits Respekt vor dem Mensch gelernt und man brauch nur die Hand zum Stein werfen erheben und die Hunde suchen das Weite.
Warum gibt es diese wilden Hunde überhaupt? Anscheinend um sich vor den noch wilderen Füchsen und Wölfen zu schützen.

Am nächsten Morgen ging es wieder den ganzen Tag im Bus vorbei an Gebrigsketten.


Gobifahrt mit Schlagloch


Steppenlandschaft bei Tempo 80


Gobifahrt in Graslandschaft


Weinende Camele


Camel bei Tag


GobiSandDünenSturm from XiYue on Vimeo.


Johannes 7. August 2008 Keine Kommentare Trackback URI Comments RSS

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