Chinese Musicfestival in Nanjing

In ganz China finden am ersten Mai-Wochenende verschiedene Musikfestivals statt. So zum einen das Midi-Festival und Caomei-Festival in Beijing. Auf einem Streifzug durch das chinesische Facebook (FB ist hier in China geblockt), genannt douban.com, bin ich auf ein Festival in Nanjing gestoßen. Und da mein Musikbedürfnis hier in Suzhou etwas zu kurz kommt war ich gleich entschlossen mir den dreitägigen chinesischen Festivals-Kick zu geben.
Einige Bands kannte ich noch aus Beijing, so spielte unter anderem Cui Jian (”the father of chinese rock”) und Pet Conspiracy (wenn auch mit neuer Frontfrau).

Außerdem war ich neugierig, wie Chinesen Festivals zelebrieren und was es alles für chinesische Musikgeschmäcker gibt…
Ein kurzer Überblick der Highlights des chinesischen Festval-Erlebnisses: gute Musik, breites Spektrum an Bands und Publikum, brave Rocker mit Kindern, aber auch Barfußpunks im Hexenkessel, voller Stopp bei Regen und stundenlange Wartepausen, da europäische Bands kurzerhand nicht spielen durften, keine Ansagen und Schluss kurz vor 23 Uhr.

Ich fand es spannend, abwechselnd und erleichtert, nach langer Durststrecke endlich wieder etwas Life-Kultur erfahren zu können. Chinesen können doch Rock, wenn auch nur in Anfängen. Aber die Hoffnung ist da, dass sich auch hier eine unabhängige Jugendkultur beeinflussende Musikszene stark macht.

Allerdings: Meiner Meinung nach waren viel zu wenig Leute da, die das Geld für Anlage, Bands und Personal wieder rein bringen hätten können. Das 3-Tages Ticket hat nur 200 RMB (~20€) gekostet.
Mal schauen, ob sich dieses Festival zum dritten Mal jähren wird.

Geschrieben von Johannes am 30. April 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Suzhou 2.0

Willkommen auf meinem Blog. Dies ist ein kleines Fenster in den Alltag bei Bosch und das Leben in Suzhou. Zuvor war ich in für ein Jahr in Beijing.



30.Breitengrad

Eins musste ich heute schmerzlich feststellen: Suzhou liegt auf der selben Breite, wie Kairo…
Mein Spiegel verriet mir heute, dass die Sonne hier doch anders scheint, als bei uns daheim…
Und wieder einmal hat man vergessen daran zu denken, Sonnencreme mitzubringen. Hier kostet ein mini Fläschchen (so 25ml?) sage und schreibe 69 RMB.

Geschrieben von Johannes am 5. April 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

TaiHu - 130km Radtour

Dieses längere Wochenende wollte ich eigentlich mit einem 3-tägigen Ausflug an den nahe gelegenen TaiHU (Hu=See) füllen. Da es am Sonntag jedoch verregnet, kalt und windig war, beschloss ich doch lieber einen Tag daheim zu verbringen um zu lesen, lernen und den letzten Monat Revue passieren zu lassen.
Dafür ging es dann bei schönstem Wetter, Sonnenschein und nur mäßigem Gegenwind in Richtung Wasser.
Bis zum See waren es laut Lonley Planet nur 34 km, quer durch Suzhou und die Randgebiete, welche man nicht unbedingt gesehen haben muss… Jedoch bekommt man so auch mal ein Gespür dafür, wo sich die 6 Millionen Chinesen in Suzhou alle so aufhalten…
Eins muss man den Chinesen lassen, der 4-5m breite und durch eine begrünte natürliche Barriere macht es herrlich einfach und sicher quer durch die Stadt per Rad zu fahren. Und auch wenn das Fahrrad hier in China so langsam aus stirbt, so wird an dem Bau dieser Fahrradwege an jeder noch so entfernten und unbefahrenen Straße festgehalten! Und nicht nur das, der Grünstreifen zwischen Straße und Fahrradweg ist auch noch ausgezeichnet angelegt, gesäubert, gepflegt und aufwendig mit Blumen verziert…ein Unding, wenn man alleine diese Straßen entlang fährt.

Trotz blauem Himmel war die Sicht auf nur ein paar Kilometer beschränkt. Und endlich am Taihu angekommen, bot sich mir nur ein großen ineinander übergehendes Grau an. Mein Ziel war eine Insel noch etwas westlicher im See gelegen, auf die man über eine elend lange Brücke kommt. Mit der Sonne im Nacken ging es also immer am Wasser entlang an unzähligen neu hochgezogenen Hotels, unbewohnten Einfamilienhäusern, Golfplätzen und jeweils links einem etwa 5-10m breitem “Standstreifen”, welcher von Massen an Chinesen bevölkert war, welche dort wohl einen Tag am See verbringen wollten.

Auf dieser Radtour hat sich wiedereinmal bestätigt, dass es einigen “Chinesen” an Ästhetik mangelt… Nicht nur, dass ein Picknick etwa 5m neben einer Schnellstraße inmitten von Müll, karger Wiese und unspektakulärem Ausblick wohl als gelungener Ausflug angesehen wird, nein es werden auch Fotostopps an den wohl unschönsten und unangenehmsten Ecken eingelegt, wo dann von jedem ein Foto im Rappsfeld gemacht wird, während im Hintergrund sich die Müllberge türmen. Da steigen 5 Chinesen aus dem Auto, jeder eine Canon-Camera um den Hals und dann wird vor den unmöglichsten Kulissen für ein “Foto in der Natur” Schau gestanden. Was man hier auch immer wieder sieht, dass sind Brautpaare, die sich vor einem Baum/Busch/Haus ablichten lassen…ich bin mir nicht sicher, wie die Fotos später werden, jedoch aus einer Perspektive einen Meter weiter entfernt steht die Braut im Schlamm, neben ihr Müll und wieder eine Schnellstraße…

Blick von unserem Compound auf die beiden höchsten Gebäude SuzhousSüdliches Ende Suzhous mit Blick auf die alte Stadtmauerein Teil der alten StadtmauerEiner von vielen befahrenen KanälenEin Tag Sonne und wohl jeder wäscht seine WäscheFahrradwege, wie für Könige gemacht: begrünt, breit, immer vorhanden und Menschen leerendlich Taihueigentlich müsste man die Inseln sehen könnenPicknick auf chinesisch - die Straße ist viel befahren...chinesische Picknick Idylle... oder ein Tag am See...etwa 6km Brückebraune-grau-blauTee-Sträucher an den NordhängenTee-Erntegeerntet wird der hellgrüne Sprößling... Tee-Sträucher an den HängenRückfahrtöffentliche Tanzstunden am Ufer des Befästigungskanals an der Altstadt Suzhousein blinder Musiker mit interessanter Beatbox

Die Insel selbst ist sehr bergig und so entschloss ich mich am Ende meiner Kräfte auf der geraden Ebene die Berge am Ufer zu umfahren. Immer am Wasser entlang ging es also einmal um die ganze Insel…fast… denn auf halben Weg, am südlichsten Zipfel und dem Punkt, an dem ich am weitesten weg war, da entschloss ich mich dann doch in einen Nagel zu fahren und mit einem lauten Zischen nicht nur am Ende meiner Kräfte, sondern auch am Ende meiner Luft zu sein… Also schnell Hilfe gesucht, auf dass mir jemand den Reifen flickt (ich war selbst nicht vorbereitet). Jedoch war an diesem Tag jedwede Hilfe in den Bergen auf den Teeplantagen um den frischen Tee zu pflücken. Egal wohin ich kam, wurde mir klargemacht, dass Heute jeder bei der Tee-Ernte sei.
Also nahm ich den nächsten Bus, fuhr in den nächst größeren Ort auf der Insel und versuchte dort mein Glück. Nach einem kurzen Flicken konnte es dann weiter gehen.

Von der Insel selbst und der “Natur” dort war ich nicht all zu sehr beeindruckt, überall liegt Müll, das Wasser stinkt und ist braun, und auf Fisch wollte ich mich nicht einlassen. Eigentlich war angedacht, dass ich mir dort ein Hotel suche und die Strecke auf 2 Tage verteile. Mich hatte dann aber nicht all zu viel auf der Insel gehalten und der sportliche Ehrgeiz gepackt, auch noch den Rückweg in Angriff zu nehmen. Also ging es am selben Tag auch wieder zurück. In Summe waren es dann etwa 130 km, ein Platten, ein knall rotes Gesicht und 12h ununterbrochenes Fahrradfahren*…

Wohlverdient ließ ich mir dann erst die Muskeln bei einem blinden Masseur wieder weich klopfen, um danach im Spa noch den Dreck loszuwerden und den Tag entspannt ausklingen zu lassen.

Geschrieben von Johannes am 5. April 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

同理 TongLi

Tag 2 dieses Wochenendes. Bei recht schönem Wetter sind wir früh mit dem Bus in eine nah gelegene Stadt, etwas südlich von Suzhou gefahren. Tongli ist eine alte Wasserstadt mit einem etwas erhalteneren Altstadtkern. Für die Stadt muss man am Eingang ein Ticket lösen.
Die Straßen und Kanäle sind schön anzusehen, jedoch ebenfalls von Geschäften gesäumt, in denen immer nur den gleichen billig Schrutz zu kaufen gibt. Die Stadt durchziehen einige herrlich begrünte Kanäle und wenn man sich in die Seitenstraßen verläuft, dann kann man auch die Locals beim Wäschewaschen oder Majong spielen beobachten. Vom Konzept her ist Tongli ein lebendiges Museum. Sie hat Charme, ein paar schöne ecken und ist arg überrannt. Wenn man sieht, wie die Köche das Gemüse in den Kanälen waschen, oder Eimer mit Wasser aus dem Kanal geholt werden und man damit in der Küche verschwindet, dann fragt man sich schon, ob die Farbe der Suppe nun von den Gewürzen kommt, oder “natürlich” ist.

In Tongli gibt es dann auch noch das in China einzige Sex-Museum. Auf einmal wird es ruhig und kein Chinese mehr weit und breit. Mit Sex macht man auf sich aufmerksam und so mussten wir dort natürlich auch hinein. Und bis auf die Exponate hat es sich auch gelohnt… der Garten, die Ruhe und die untypische Architektur waren die extra 20Kuai schon alleine Wert. Über die Ausstellung kann man sich streiten…ein paar nette Statuen gab es aber auch.

braune brüheob weiße Wäsche auch wieder weiß wird?Bohnen-Irgendwas...schmeckt wie ausgekauter KaugummiDas sind keine nudel, sondern Zuckerfür 2  Kuai kann man drauf reiten...Stinke Tofu... es gibt nichts schrecklicher riechendes [riecht wie abgestandenes Bier und Gulli]

Geschrieben von Johannes am 27. März 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

chinesische Wasserspiele

Am Abend ging es dann noch an den JinJiHu, dem See bei uns vor dem Haus. Hier findet jeden Freitag und Samstag um 8 eine immense Wasser-Springbrunnen-Show statt.
Gigantisch, Unmengen an Chinesen und ohrenbetäubend.

Geschrieben von Johannes am 26. März 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

TigerHill

Heute ging es mit dem Rad zum nördlich gelegenen Tiger Hill, einem künstlich aufgeschüttetem Garten mit einer überragenden Pagode (die schiefe Pagode von Suzhou).

Es wird gesagt, dass man einmal im Leben zu diesem TigerHill gehen muss. Aber das sagt man wohl in China zu jedem “Scenery Spot”.

Auf dem Weg dorthin ging es über Stock und Stein, auf einer Nebenstraße sind wir dann auch auf etwas abwegige Straßen gekommen… Haben uns dann aber doch noch gefunden.

Danach ging es dann noch kurz HotPot essen.

Geschrieben von Johannes am 26. März 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

苏州 again

Dieses Wochenende sind fast alle deutschen nach Shanghai gefahren. Da ich Shanghai schon kenne und das Wetter nicht all zu gut werden sollte, so dass sich der Blick nicht lohnen würde, bin ich hier in Suzhou geblieben und bin alleine wieder gen Downtown.
Suzhou ist schon eine riesige Stadt, die man nicht in nur eine zwei Tagen erkunden kann. Jede Ecke ist anders und es gibt immer wieder etwas zu entdecken (und ich spreche hier nur von der Altstadt Suzhou).

So bin ich also wieder per Rad in die Stadt, ohne genaues Ziel, einfach dorthin, wo es interessant aussah.
Ich bin durch puren Zufall in einer Seitenstraße in ein (bei uns würde man dazu Theater sagen) Teehaus geraten, in welchem just in dem Augenblick eine Vorführung stattfinden sollte. Ohne zu wissen was mich erwarten würde, habe ich mich unter all die chinesischen Senioren gesellt und mich überraschen lassen. Ein über 80 jähriger Chinese und eine Chinesin haben dann eine Mischung aus musikalischem Konzert und Geschichtserzählung vorgetragen. Dazu gab es Tee und chinesische Knabberein. Die Geschichte war leider im lokalen Suzhou-Dialekt und für mich völlig unverständlich. 2 junge Chinesen, die ich danach ansprach, meinten, dass sie auch kein Wort verstanden hätten.
Dennoch war die Mimik und Gestik stark ausdrucksvoll und interessant anzuschauen, auch ohne Verständnis.

Geschrieben von Johannes am 21. März 2011 | Abgelegt unter SuZhou | Keine Kommentare

Wenn in China ein Sack (Salz) umfällt…

… dann dreht sie sich dennoch weiter.
Mit den Befürchtungen eines japanischen SuperGaus ist hier unter den Chinesen eine Massenpanik ausgebrochen. Die Meldung, dass Jod-Salz als einziges Mittel gegen radioaktive Strahlungen hilft, sind hier am Mittwoch alle Chinesen in Schlangen in die Supermärkte und haben sämtliche Regale mit jedweden Salz aufgekauft. Es soll sogar Schlägereien, Preissteigerungen um 1.000%, Schwarzmarkt-Handel und Verhaftungen wegen Hehlerei gegeben haben. Es fanden auch Rationierungen von nur 2 Tüten Salz pro Person statt. Am Donnerstag gab es kein Salz mehr zu kaufen. Am Freitag waren die Regale wieder voll, bis die 2. Welle kam und wieder alles aufkaufte.
Mir wurde dann berichtet, dass man vor allem Angst hätte, dass das zukünftige Salz verstrahlt sei. Laut Volksmeinung kommt das Salz wohl aus dem Meer. Wie ich mich aber gerade belesen habe, ist China reich an Salzlagerstätten auf dem Land und hat genug Salz um auch am nächsten Tag die Regale wieder zu befüllen.
Die Nachrichten berichten daher im Dauerfeuer, dass das Aufkaufen von Salz eine unnütze Aktion aus Unwissenheit sei und die Salzlager ausreichten um den ganzen Jahresbedarf Chinas zu decken. So langsam scheinen die Hamsterkäufe auch nach zu lassen.
Der größte Salzproduzent Chinas hat seinen Output in den letzten beiden Tagen ver 15-facht um den gestiegenen Bedarf zu befriedigen.

Die Situation scheint damit noch einmal gut ausgegangen zu sein. Nun stelle man sich aber mal vor, dass sich ein Gerücht durchsetzt, dass auf einmal nicht Salz, sondern etwas Anderes (Kartoffelchips, Gold, Pistazien oder Mehl) das ultimative Heilmittel ist und 1,4 Mrd Chinesen sämtlichen Bestände von heute auf morgen aufkaufen.
Ich werde also anfangen das Gerücht zu verbreiten, dass Pistazien ungesund sind.

Geschrieben von Johannes am 20. März 2011 | Abgelegt unter Bizzar | Keine Kommentare

Jinji Hu tour

Geschrieben von Johannes am 14. März 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Suzhou

Geschrieben von Johannes am 12. März 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

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