Archiv für das Tag 'Bosch'

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Arbeitserfahrungen

Ich habe heute zu einem Meeting mit allen Beteiligten eingeladen. Wegen Zeitdruck sollte dieses Meeting noch heute stattfinden. So kurz auf knapp war jedoch kein Meetingraum mehr zu finden, woraufhin ich einfach in die Kantine eingeladen hatte.  Eigentlich wollte meine Betreuerin dabei sein und so dachte ich, sie würde das Meeting leiten und mich unterstützen. Jedoch kommt es immer anders als man denkt…

Und so hatte ich heute mein erstes Meeting mit Chinesen aller Departements, kurzfristig eingeladen ohne große Vorbereitung, keinen Beamer und in einer riesigen Kantine mit Leuten, die am neben Tisch essen, putzen oder sich unterhielten. ;) Und ich als Initiator und Projektleiter leite die Diskussion. Herrlich…

Ich weiß nicht, was noch alles hätte schlimmeres passieren können.  Ich hatte gerade noch ein paar Folien ausdrucken können, anhand derer ich die aktuelle Situation darlegen konnte. Noch während des generellen Überblicks kamen schon die ersten Einwände und Fragen…  Und wie es unter Chinesen ja auch so üblich ist, klingelt bei jedem mal das Handy und man verabschiedet sich für 5 Minuten aus der Diskussion. Mir ist die Runde dann recht bald außer Kontrolle geraten. Während ich mich mit einer Frage beschäftige, fangen rechts und links von mir 2  separate Diskussionen auf chinesisch an, bis sich auf einmal alle nur noch auf chinesisch unterhalten und mich als Gesprächsleiter außen vor lassen… Es ist nicht leicht dann wieder die Kontrolle zu erlangen, zumal das Englisch nicht von jedermann so gut ist, dass man manchen Sachverhalt verstanden weiß. Irgendwie war es dann doch noch möglich einzelne Punkte strukturiert abzuarbeiten, die nötigen Informationen zu sammeln und offene Punkte zu formulieren. Ich fühlte mich jedoch einige Male verloren.

Eine interessante Erfahrung, solch eine Diskussion unter solchen Umständen zu leiten und das zu einem solch komplexen Thema, in welches ich mich erst 4-5 Tage habe einarbeiten habe können. Dieses Meeting wird sich nun wöchentlich wiederholen. Ich habe also Zeit mich beim nächsten Mal darauf vorzubereiten, von mir gemachte Fehler zu analysieren und beim nächsten Mal besser zu machen. Ich würde ja gerne wissen, was meine Gesprächspartner über mich dachten… Diese Erfahrung heute hat mir erstmal eine menge Selbstvertrauen abverlangt.

Geschrieben von Johannes am 9. März 2011 | Abgelegt unter Allgemein, Bosch | Keine Kommentare

Praktikumserfahrungen

Hier ist der Puls der Zeit. China boomt, Autos werden gekauft, als ob es kein Morgen gibt. Und wir kommen mit dem rasanten Anstieg der Nachfrage kaum hinterher. Das heißt nicht unbedingt nur wir, sondern auch unsere Lieferanten.

Mein Projekt ist dreht sich genau darum: wie kann die erneut erhöhte Nachfrage irgendwie befriedigt werden.

Mein momentanes Thema umfasst alle wirtschaftlichen Aspekte einer Fertigung, von Planung, Entwicklung, Aufbau, Training, Freigabe, Qualitätskontrolle, Kostenanalyse, Reporting, Entscheidungsfindung, Informationsmanagement und Umsetzung. Ich koordiniere sämtliche Teilschritte und treibe alles voran. In diesen ersten paar Tagen habe ich bereits soviel mitnehmen können, dass die letzten 6 Monate schon blass dagegen aussehen. Eine solche Erfahrung mit eigenem Thema, eigener Verantwortung und jedweder Unterstützung ist Gold wert! So bin ich bisher auch nicht vor 19:30 aus dem Büro gekommen. Das sind in Summe 11h minus eine Mittagspause. Es ist komplex, herausfordernd und macht Spaß.  Ich lasse mich in jedes Thema einführen, Führungen geben und Prozesse, Tests oder Verfahren erklären.  Hier sitzt man Tür an Tür mit der Fertigung, der technischen Entwicklung und kann sich auch alles am Konkreten zeigen lassen. Was für einen Unterschied es doch macht, solch ein Bauteil mal in der Hand zu halten und die einzelnen Produktionsschritte live mitzuerleben.

Geschrieben von Johannes am 9. März 2011 | Abgelegt unter Allgemein, Bosch | Keine Kommentare

Praktikum

Mein Arbeitstag beginnt um 8:30 und geht bis 17:30. Hier gibt es leider keine Gleitzeit, dass heißt, es gibt auch keine Überstunden und keine angehäuften Stunden, die man dann ab bummeln könnte. Wer 10 minuten nach 8:30 ein-stempelt, der bekommt eine halbe Stunde vom Lohn abgezogen und wer nur 5Minuten vor 17:30 aus-stempelt, der bekommt ebenfalls eine halbe Stunde abgezogen.

Daher ist das Büro auch vor 8:30 leer und ab 17:32 wie ausgestorben. Ich muss mich an diesen Rhythmus erst noch gewöhnen.

Um 12-13Uhr gibt es eine Stunde Mittagspause. Es gibt eine Kantine, in der es 4 Essen auf Kosten von Bosch gibt (ist also kostenlos). Alle 4 chinesisch, obwohl eins davon “westlich” genannt wird. Naja… manchmal gibt es etwas gutes dabei.  Meine Kollegen gehen dann nach dem Essen wieder ins Büro, ziehen sich ihre Jacke falsch rum vorn über, legen sich eine Augenbinde über und dösen die restliche Zeit, während im Büro das Licht aus ist und etwas ruhig ist… die Handys klingeln jedoch auch da ständig mit schriller, chinesischer Musik.

Geschrieben von Johannes am 7. März 2011 | Abgelegt unter Allgemein, Bosch, Dies und Das | Keine Kommentare

Erste Woche Bosch

Da war sie nun, meine erste Woche bei Bosch. Am Dienstag ging es los.  Das Werk liegt nur etwa 10 min per Rad von meiner Wohnung entfernt (womit ich ein gutes Los getroffen habe, da es noch 2 weitere Standorte gibt, welche mit einem Shuttlebus in 45 min zu erreichen sind) Meine beiden Mitbewohner quälen sich täglich eine dreiviertel Stunde eher aus dem Bett und wenn ich aufstehe ist die Wohnung leer.

Mein Büro ist direkt im Werk untergebracht, etwa 25 Leute in einem Großraumbüro. Nach meinen letzten 6 Monaten in Reutlingen/Pfullingen ist es herrlich direkt am Geschehen zu sitzen. Von einer Promenade im ersten Stock kann man die Produktion sehen, steht direkt in den Hallen und kann dem Maschienenrattern zuhören.  Bei uns sind wir jetzt 4 deutsche. 3 Praktikanten und ein deutscher Chef.

Meine chinesischen Kollegen reden mit mir chinesisch und ich bin selbst erstaunt, wie viel ich doch verstehe. Sicher nicht alles, aber aus dem Kontext kann ich auf einen Großteil antworten und meine Scherze machen. Die Arbeitsatmosphäre ist freundlich, konzentriert und hilfsbereit. Ich versuche mit jedem etwas ins Gespräch zu kommen und jeden von Tag zu Tag etwas besser kennen zu lernen.  Meine Betreuerin ist gleichzeitig Abteilungsleiterin und ein absolut herzlicher Mensch.  Ich fühle mich bereits jetzt schon als vollwertig aufgenommenes Mitglied im Team.

Gleich am 2. Tag bin ich voll in ein Thema eingesprungen, welches mir auch gleich übergeben wurde. Nun arbeite ich an meinem eigenen Thema in eigener Regie und Verantwortung und bin auf mich allein gestellt. Und wie es doch so schön ist, mit der Verantwortung wächst auch die eigene Begeisterung und Freude am Tun. Ich suche mir also Ansprechpartner, die mir weiterhelfen können, entwickle Konzepte, gebe Arbeit in Auftrag und werde meine Fortschritte demnächst dem Management präsentieren und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Bin gespannt, ob sich mit meinem Zutun die angespannte Lage etwas entschärft oder beseitigen lässt.

Dieses Thema ist genau richtig, um mich so schnell und intensiv wie möglich in alle Abteilungen, Zuständigkeiten und Herangehensweisen einzuarbeiten. Und das beste ist, es geht sogar um mein eventuelles Diplomthema.  Ich bin also gerade sehr zuversichtlich, dass alles seinen besten Gang geht. Ich mache gerade so viele Erfahrungen und eigne mir Fachwissen an, wie ich in den letzten 6 Monaten nicht ansammeln konnte. Und ich rede hier von meiner ersten Woche. Bisher kam ich auch noch nicht einmal aus dem Büro vor 19 Uhr.

Geschrieben von Johannes am 7. März 2011 | Abgelegt unter Allgemein, Bosch | Keine Kommentare